Napoleons Route

Napoleon Bonaparte hat fast ganz Europa Anfang des 19. Jahrhunderts erobert. Er galt als militärisches Genie. Seine Taktik war oft von dem Gegner nicht zu durchschauen, was auch seine Aufmärsche glänzend zeigte. Napoleons Route durch die Schlachtfelder war zwar von großer Strategie geprägt, aber oft auch sehr überraschend für den Gegner.

Nehmen wir zum Beispiel die legendäre Schlacht bei Austerlitz im Dezember 1805. Der zahlenmäßig überlegende Gegner wollte über das Dorf Telnitz Napoleons Verbände einkesseln. Doch der Korse verstärkte die Flanke bei Telnitz. Die Route der Verstärkung führte sie von Wien in nur 50 Stunden nach Telnitz.

Die Russen und Österreicher griffen wie erwartet die rechte Flanke bei Telnitz an. Doch die Franzosen hielten die Stellung. Das ermöglichte Napoleon, für seine Hauptstreitkräfte eine andere Route zu wählen. Nämlich direkt zum Pratzenberg, der zwischen den beiden Armeen lag. Im Nebel der Morgenröte marschierten seine Truppen zuerst leise los. Russland und Österreich rechneten nicht mit dieser Route. Als sich der Nebel lichtete, standen Napoleons Truppen auf dem Pratzenberg und überraschten den Gegner mit dieser ungewöhnlichen Route.

Ein weiteres Beispiel für Napoleons gute Taktik waren die Schlacht bei Jena und Auerstedt. Napoleons Route sollte über Thüringen nach Berlin, ins Herz Preußens führen, um eine Entscheidungsschlacht zu provozieren. Wieder wählte Napoleon eine andere Route, um die Preußen und Sachsen zu überraschen, die ihre Zeltlager auf der Straße Jena/Wismar aufgeschlagen hatten. Napoleon wählte die Route über den Steilabhang des Saaletals. Da der Gegner einen Angriff vom Südwesten und nicht Südosten erwartet und auch nicht an diesem 14. Oktober 1806 wurden die Preußen und Sachsen völlig überrascht. Die unvorbereiteten und unkoordinierten Truppen mussten sich schließlich unter hohen Verlusten zurückziehen.

Bei Auerstedt besaßen die Preußen mehr Artillerie und Kavallerie. Doch im dichten Nebel wählte Napoleon erneut die bessere Taktik. Napoleons Route ging zuerst nach Hassenhausen. Die Route der Preußen ging über den Fluss Ilm. Dadurch war die Streitmacht weit auseinander gezogen. Bei Hassenhausen kam es zu ersten Gefechten, als die französischen Truppen bereits die Preußen erwarteten. Auch dieser Sieg ging an Napoleon, dem neben seiner ungewöhnlichen Marschrouten bei seinen wichtigen Siegen auch immer der Nebel zu Hilfe kam.

Die Wege, die Napoleon während seiner Regierungszeit auf dem Rücken stattlicher Pferde zurücklegte, waren stets geprägt von immer neuen Strategien und den unterschiedlichsten Taktiken. Stellt man diese, seine Routen einmal bildhaft nach, indem man hierfür ein Schaukelpferd verwendet, so fällt es sicherlich so Manchem schwer, all' die von ihm ausgeklügelten Schachzüge auch in vollem Umfang nachvollziehen zu können. In jedem Fall ist ein Schaukelpferd weitaus geduldiger, als die Hengste zur damaligen Zeit...!

Die Route, die Napoleon Bonaparte im Laufe seiner Amtszeit zurücklegte, erschließt sich vielen Schülern wahrlich nur bedingt. Denn Fakt ist, dass Geschichte und Politik keineswegs zu den Lieblingsfächern deutscher Schüler gehören. So jedenfalls ist es aus diversen statistischen Erhebungen zu ersehen. Nachhilfe in den jeweiligen Fächern könnte durchaus dazu beitragen, das Interesse der Schüler an Geschichte, Politik und Co. nachhaltig auszubauen. Im Zuge dessen würden sich auch die schulischen Leistungen gravierend verbessern. So viel ist sicher.