Napoleons Persönlichkeit

Napoleon Bonaparte gehört zweifellos zu den größten Menschen unserer Geschichte. Der französische Kaiser beherrschte fast ganz Europa, gewann legendäre Schlachten, brachte gleichermaßen Fortschritt und Reformen wie auch Blut und Tod über Europa.

Was für eine Persönlichkeit hatte Napoleon? Wer war der Mann, der Europa Anfang des 19. Jahrhunderts in Atem hielt? Oftmals wird Napoleon bei oberflächlicher Betrachtung als Diktator und furchtbarer Tyrann geschildert, doch bei genauerer Betrachtung von Napoleons Persönlichkeit erkennt man, dass der "kleine Korse" ganz gewiss nicht in eine Schublade mit Tyrannen wie Hitler oder Stalin gehört.

Napoleons Persönlichkeit war eine Mischung aus einem Romantiker, einem kühlen Militaristen, einem Staatsmann und Visionär, der die Grundfesten Europas verändern wollte.

Napoleon auf Korsika geboren. Dessen Vater hatte Verbindungen zu einem korsischen Revolutionär, der ein Vorbild für den jungen Napoleon war. Die Ansichten von der verlorenen Freiheit und den Opfern Korsikas prägten die Persönlichkeit Bonapartes. Napoleon war ein guter Rechner, interessierte sich für Geschichte, Jura und Literatur (z.B. Goethes "Die Leiden des jungen Werter"). Während seiner militärischen Ausbildung stach Napoleon in Mathematik hervor und zeigte sich besonders interessiert an den Geschichten von großen Helden, wie Alexander oder Cäsar. Seinen Respekt vor der Kultur und Geschichte zeigte er auch beim Feldzug in Ägypten als er die Pyramiden besuchte.

Die Persönlichkeit von Napoleon war sehr vielschichtig. Er liebte Josephine, hatte dennoch zahlreiche Affären. Ehre war für ihn eine der wichtigsten Tugenden. Er führte die Ehrenlegion ein, um besonders verdiente Soldaten zu belohnen, doch während seiner Schlachten ließ er tausende von ihnen sterben. Und doch kämpfte er Seite an Seite mit seinen Truppen, galt als tapfer und ein genialer Stratege, was auch viel über die Persönlichkeit von Napoleon aussagt. Er besetzte die Gebiete halb Europas in blutigen Schlachten und doch setzte er auf eine gute Behandlung der Bürger der besetzten Ländereien.

Nachdem er an der Macht war, blieb Napoleon jedoch auf gewisse Weise bescheiden und lebte sparsam als Kanzler und Kaiser. Der Codé de Civil war ein umfassendes Gesetzbuch, welches seine Qualitäten als Staatsmann hervorhob und viele positiven Reformen in Frankreich und Europa einleitete.

Doch so vorbildlich seine Einstellung zu vielen Dingen war, sein Größenwahn besiegte ihn schließlich. Doch die starke und vielschichtige Persönlichkeit Napoleon hat ihren Platz in der Geschichte gefunden, Seite an Seite mit seinen Vorbildern Alexander und Cäsar.

Jeder Mensch der nach Macht strebt, hat einen Funken Größenwahn in sich, sonst würde dieses Bestreben keine Früchte tragen können. Auch Napoleon blieb davon nicht verschont. Ob der Größenwahn mit Eroberungen auftrat, oder schon als Kind, ist nicht ganz klar. Napoleon brauchte keine Bandscheibenvorfall Behandlung sondern litt unter Magenbeschwerden. Auch diese können sein Handeln beeinflusst haben. Klar ist, er war ein Visionär und hatte Erfolge vorzuweisen. Ein kleiner, wegen seiner Größe, großer Mann in der Europäischen Geschichte.