Napoleon Europa

Napoleon Bonaparte und die Geschichte von Europa sind seit dem 19. Jahrhundert untrennbar miteinander verbunden. Der französische Kaiser veränderte nachhaltig das Gesicht von Europa.

Das Europa im ausgehenden 18. Jahrhundert war von Absolutismus und Monarchie geprägt. Das Zeitalter des Drang und Sturms und der Aufklärung, die großen Dichter & Denker hatte in der zweiten Jahrhunderthälfte Einzug gehalten. Die französische Revolution 1789 war eine entscheidende Wende in Europa. Und sie wurde von den europäischen Königshäusern nicht gerne gesehen. Die Ablehnung gegenüber einer Demokratie war groß.

Österreich und Preußen sowie später auch England, Holland und Spanien kämpfen gegen die junge Republik Frankreich, um eine Ausbreitung der Revolution verhindern und eine erneute Inthronisierung des französischen Königshauses zu erreichen. Der aufstrebende General Bonaparte fährt jedoch einen Sieg nach dem anderen gegen das Bündnis der Monarchien von Europa ein.

1799 wird Napoleon Konsul der französischen Republik und beendet die Wirren nach der Revolution. Nach seinen militärischen Erfolgen bringt er nun Stabilität nach Frankreich und sucht den Frieden mit dem Rest von Europa. So kommt es auch zu einem kurzfristigen Frieden mit England. Bis zu seiner Niederlage in Russland 1812 eilt Napoleon von Sieg zu Sieg und muss sich dabei mit fast allen Staaten von Europa messen. Er besiegt Österreich, Spanien und Preußen.

Napoleon beendete die Existenz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806. Mit der Gründung des Rheinbundes bewirkte er einen Austritt deutscher Fürstentümer aus dem HRR und schuf damit einen militärischen Bündnispartner gegen Preußen und Österreich.

Doch nicht nur militärische Siege prägten die napoleonische Ära in Europa. Immerhin ließ er streng gegen Plünderer aus seinen eigenen Reihen vorgehen und behandelte die besiegte Bevölkerung gut. Sein Codé de Civil wurde in den besetzten Gebieten eingeführt. Die napoleonischen Kriege brachten die französische Revolution in Teile Europas. Aber auch die besiegten Völker entwickelten eine Art Nationalbewusstsein, so auch in Deutschland. Zwar stand eine Demokratie dort noch nicht unbedingt im Vordergrund, allerdings ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger und ein anderes Gefühl für die Rechte dieser Bürger.

Die Ära von Napoleon Bonaparte beeinflusste den weiteren Werdegang von Europa maßgeblich. Das Zeitalter der Fürstentümer und der absolutistischen Monarchien war vorbei und wich allmählich Republiken und Nationen.

Geschichtlich interessierte unternehmen heute noch Wanderreisen Europa um Napoleons damalige Route besser kennenzulernen. Natürlich ist von den Schlachtfeldern heute nichts mehr zu sehen, dennoch finden sich einige geschichtliche Denkmäler auf dieser Route. Und wer die Geschichte zu Napoleons Schlachtzug genau kennt, kann auf solchen Reisen hervorragend in der Vergangenheit schwelgen.

Ebenfalls sehr interessant kann auch eine Bühnenaufführung zu Napoleons Schlachtzügen sein. Meist sind diese sehr pompös gestaltet und man wird nicht nur unterhalten, sondern erfährt auch einiges über die historische Vergangenheit. Meist bemühen sich die Darsteller auch um die detailverliebte darbietung indem beispielsweise Napoleons Mannschaftszelt originagetreu nachgebaut wird. Allerdings sind solche Aufführungen leider etwas rar, weswegen man oft sehr weit fahren muss um überhaupt eine besuchen zu können.